Geschichte der Pfarre
Die Gemeinde Smolnice (Smolnitz) liegt im alten Kulturgebiet des Unterlaufs der Eger, wo es auch sehr früh eine slawische Ansiedlung gab. Erstmals wurde das Dorf zwar „erst“ 1337 erwähnt, man liest aber, dass das Dorf zu den umfangreichen Waren des Prager Bischofs gehörte, die bereits tief in den Fürstenzeiten entstanden waren. Prager Bischöfe initiierten im ersten Viertel des 13. Jahrhunderts eine große Reform der Kirchenverwaltung, deren Bestandteil eine Ersetzung der damaligen lichten Großpfarrhierarchie durch ein intensiv erbautes Netz von örtlichen Plebanien war. Es ist ohne Zweifel, dass sie mit der Realisierung zuerst auf ihren Gütern begonnen haben. An dem angeführten Jahr 1337 tauschte der Bischof Johannes IV. von Draschitz einige nordböhmische Dörfer inklusive Smolnitz mit der Augustiner Kanonie in Roudnice nad Labem (Raudnitz). Ein Teil dieser Übertragung war auch das emphyteutische Recht zur Kirche in Dolina, in Smolnitz wird dieses Recht nicht angeführt (Reg.IV, S. 193). Eine Pfarrkirche gab es gier jedoch ohne Zweifel, das emphyteutische Recht und auch das Patronat dazu inkl. Quartier des Plebans gehörten jedoch bis zu den Hussitischen Kriegen den Erzdiakonen aus Žatec (Saaz), die meistens auch zugleich Kanoniker der Prager Metropolitankapitel waren. Da der Kirchenpatron und die Obrigkeit seiner Collatur zu den Kirchenkreisen gehörten, kann man von ihnen eine angemessene Pflege um Pfarrobjekte voraussetzen. Ach die Pfarrbenefiz hatte eine gewisse, wenn auch nicht die ertragreichste Schenkung (Štědrý, Method XXVII, S.92; XXVIII, S.9).
Schriftlich sind die Pfarrer in Smolnitz in Konfirmierungs- und Gerichtsbüchern des Prager Konsistoriums ab 1355 bis zum Anfang des 15. Jahrhunderts belegt. Ende des 14. Jahrhunderts waren einige Pfarrer auch Vielpfründner, wohnten in der Pfarre nicht und hielten dort einen Vikar. Unter den Patronen waren gab es auch bedeutende Persönlichkeiten wie der persönliche Chronist des Kaisers Karl IV. und Direktor des Kathedralenbaus Benesch von Weitmühl, oder nur drei Jahre vor seinem schmählichen Tod der erzbischöfliche Generalvikar, Doktor Johann von Pomuk, der künftige Heilige (Lib.conf. I-1, S.5; I-2, S.22; II, S.82; III, S.64; V, S.40,288,292,316; VI, S.129,130,201; F.Tadra, SA, 3, S.301; 4, S.56; 5, S.68; AČ 31, S.257, č.5; Štědrý, Method XXVIII, S.8).
Während der Hussitischen Kriege beherrschte die ganze Umgebung die hussitische Stadt Louny (Laun); größere Kriegskampagnen sind hier nicht belegt. Der Pfarre und Kirche bemächtigten sich die Utraquisten und beherrschten sie bis zu den Ereignissen auf dem Weißen Berg. Patronen in dieser Zeit waren wahrscheinlich der hussitische Hauptmann Matthias Louda von Klumtschan, in den Jahren 1443-1547 dann die utraquistische Stadt Laun. Ab 1548 wird beim Verkauf des Dorfes an Sebastian von Weitmühl auch das emphyteutische Recht zur Kirche angeführt, bewertet mit einem Schock Groschen (DZV 8, Lit.P 21b; 47, Lit.I 3b). Auch unter weiteren Obrigkeiten – katholisch oder unkatholisch – war die Pfarre stets mit verheirateten nichtkatholischen Pfarrern und ihrer Familien besetzt (Štědrý, Method XXVIII, S.9). Die Pflege dieser Obrigkeiten um die Pfarrei belegt der Guss einer großen Glocke 1512 beim hoch geschätzten Glockengießer Bartos in Prag, und 1597 Fertigung eines neuen Taufbeckens aus Zinn beim nicht minder berühmten Gießer Bartholomeus Pragensis (Matějka, Soupis, S.80).
Nach der Schlacht auf dem Weißen Berg wurden die nichtkatholischen Pfarrer vertrieben. Das Dorf wurde im letzten Jahrzehnt des Dreißigjährigen Krieges von Schweden gemeinsamen mit anderen Dörfern in der Umgebung verwüstet und teils niedergebrannt. Für die entvölkerte Collatur wurde unter der allgemeinen Not kein Pfarrer gefunden. Die verlassene Pfarre – falls sie im Krieg nicht niedergebrannt wurde – verkam durch die Nichtbenutzung rasch. Die Gottesdienste wurden gelegentlich aus Laun oder umliegenden Klostern sichergestellt. Nachdem die Herrschaften Postoloprty (Postelberg) und Toužetín (Tauschetin) samt Smolnitz im Jahre 1669 vom verschuldeten Adelsgeschlecht Michna (1630-69) der Kaiserrat und Präsident der Hofkammer, Fürst Georg Ludwig von Sintzendorf gekauft hatte, wurden auf der Herrschaft nur „Collatur- und Filialkirchen“ erwähnt (DZV 318, lit.E 14). Da war die Kirche in Smolnitz bereits an 1660 durch den ständigen Pfarrer in Vrbno (Weiden übern Walde) als seine Filiale betreut. Im Jahre 1666 antwortete der Pfarrer von Weiden im einem Fragebogen des Konsistoriums zum Zustand seiner Pfarrei, dass die Pfarre in Weiden ziemlich bequem ist (Frage Nr. 34) die zwei Filialkirchen erwähnte er jedoch nicht (APA I, zn. B 12/13, č.10).
Im Jahre 1692 kaufte vom Fürsten Philip Ludwig von Sintzendorf alle seine nordböhmischen Herrschaften samt Postelberg und Tauschetin der kaiserliche Geheimrat und oberster Hofmarschall, Fürst Ferdinand zu Schwarzenberg. In einem ziemlich umfangreichen Verzeichnis der Ware dieser Herrschaften wird weder Smolnitz noch die Filialkirche darin nicht angeführt. Die Pfarrkirche des hl. Bartholomeus wird nur bei einem selbständigen Gutshof in Želenice (Sellnitz), (DZV 401, lit.P 5,8) erwähnt. Nichtsdestotrotz zeigten sich der neue Besitzer und sein ausgeprägtes Interesse an der Intensivierung der geistlichen Verwaltung in Smolnitz sehr bald.
Bereits im Jahre 1691, als der Verkauf des Tauschetiner Gutshofes bereits faktisch abgeschlossen wurde, ist das Interesse am Pfarrhof samt Scheune in Smolnitz deutlich. Auf die Tenne wurde Lehm gebracht, den die Untertanen feststampften, und ein Mauerer untermauerte die Schwellen (VsT, III Kđ 2/3 Kirchen Rechnung 1691). Vom Anfang 1695 blieb eine intensive Korrespondenz zwischen dem Fürsten und dem Hauptmann Hrdlička erhalten, und zwar über die Art und Weise der Sicherstellung der neuen Pfarrbenefiz (VsT, zn. III Kđ 3a). In demselben Jahr wurde ein Vorrat an 42 Doppelklafter Baustein und Holz für Gerüst gebrochen und verfrachtet, sowie 13 Fl. 20 Kr. an örtliche Häusler für "Abreißen der alten Mauern in der Pfarre" ausbezahlt (VsT, III Kđ 2/3 Kirchen Rechnung 1691). Über den Umfang der Demolition und den Zustand des ursprünglichen Pfarrgebäudes kann man nur rätseln. Man kann wenigstens die Erhaltung der meisten Fundamente voraussetzen, wenn sie nicht all zu seich waren, was wohl auch der Grund der Problem ein Hundert Jahre später war.
Am 15.7.1697 schrieb der Hauptmann Th.E.Siebert an den Hauptmann in Postelberg, Nikolas Sontag, dass sich bei ihm in Mšec (Kornhaus) ein gewisser Maurermeister Michael Fortini meldete, einer der zahlreichen Familienmitglieder der italienischen Maurer, die seit Generationen dem Geschlecht Schwarzenberg dienten. Dieser ersuchte um einen Vertrag für den „bereits genehmigten Bau der Pfarre in Smolnitz". Siebert sollte dem Fürsten selbst vorschlagen, den Maurern jeden Tag nach dem errichteten Werk zu zahlen, sowie dem Bauherrn de Maggi eine "Discretion" von 12 Talern auszuzahlen. Jakub de Maggi, ansässiger Stadtbürger in Hluboká nad Vltavou (Frauenberg) war der Hofbauer des Fürsten Ferdinand, für den er Ende des 17. Jahrhunderts die meisten Bauanpassungen in Český Krumlov (Krummau) und in weiteren Sitzen durchführte. Wenn aber – setzt Siebert fort – die Arbeit Fortini anvertraut wurde, sollte man vom Klafter zahlen, für den er 1 Fl. 10 Kr. verlangt, ohne Unterschied, ob es sich um Fundamentmauerwerk, Mauerwerk in Etagen, Gewölbe oder Lehmwand (obiger lahn) handelt. Das konnte Siebert akzeptieren, und er würde noch ein Fass Bier, 2 Strich Korn, einen Strich Weizen und halben Strich Erbsen darauf geben (VsT, zn.III Kđ 3c/4). Bereits damals musste es ein Projekt geben, von dem ein Grundrissplan eines eingeschossigen Gebäudes ohne Unterschrift und Datum z erhalten blieb. Dieser zeigt einen länglichen Eintrakt mit fünf Zimmern mit einem kleinen Eingangsvorraum und einen anliegenden Anbau mit Gewölbe. Drei Zimmer haben Feuerstellen, in zwei unbeheizten Zimmern ist jeweils eine Toilette in der Wand (VsT, zn.III Kđ 3c/3). Den Angaben des Hauptmanns Siebert nach ist der wahrscheinlichste Autor Jakub de Maggi, aber auch Michael Fortini konnte für den Bau einen eigenen Plan liefern.
Bereits am 13.12.1697 bestätigte der Tischler Johan Geiger die Einnahme von 45 Fl. 37 Kr. für eine näher nicht bestimmte Lieferung für die Smolnitzer Pfarre. Aus derselben Zeit kommt wohl auch ein Zettel mit einem Holzverzeichnis für die Pfarrställe - 170 große und kleine Hölzer, 240 "Fußböden", 300 Latten und 45000 Schindeln (ebenda, 3c/5,7).
Der Rohbau wurde wohl im 3. Quartal 1697 begonnen und Ende der nächsten Saison beendet. Am 12.6.1698 legte der Verwalter in Tauschnitz, Kristof Sontag eine "Bemessung der Smolnitzer Pfarre, die der Kornhauser Bauer Michael Fortini fertigte, und nach der er ausbezahlt wurde" vor. Das Elaborat enthält folgende Positionen, Maße womöglich in böhmischen Klaftern (1.777 m) und Ellen (0.592 m), ggf. Quadratklaftern (3.1606 m2):
"Die Länge der Pfarre ist auf der Seite zu Tauschetin 16 Klafter, Höhe auf der Seite samt Fundamenten 4 Klafter, macht 72 [Quadr.] Klafter.. 84 Fl.
Zweite Seite im Hof auch 16 Klafter lang und 4 Klafter hoch, macht 72 Klafter.. 84 Fl.
Untere Seite neben Gewölbe (Gewölbl), Länge 8 Klafter, Höhe 4 Klafter, macht 36 Klafter.. 42 Fl.
Eckmauer (Eckhmawer) bei Gewölbe, Länge 4 Klafter und Höhe 4 Klafter, macht 18 Klafter.. 21 Fl.
Nebenmauer (neben mawer) bei Gewölbe, Länge 2 Klafter und Höhe 4 Klafter, macht 10 Klafter.. 11 Fl. 40 Kr.
Trennwände (Gezwerchsmawern) innen mit Lichtmaßen (in Liecht) 4 je 13 Ellen Länge und Höhe 12 Ellen, macht 69 Klafter 3 Ellen.. 80 Fl. 53 Kr. 2 Den. (Denare)
Wand in der Küche, Länge 8 Ellen und Höhe 4 Klafter, macht 10 Klafter 6 Ellen.. 12 Fl. 26 Kr. 4 Den.
Hintere Trennmauer (Gezwerchs Mawer), Länge 5 Klafter 1 Elle und Höhe 4 Klafter, macht 24 Klafter.. 28 Fl.
Umlaufender Sims 29 Klafter.. 34 Fl. 50 Kr.
Gewölbekeller, Trennmauer (Gezwerchs Mawer) im unteren Keller, Länge 13 Ellen und Höhe 6 Ellen, macht 8 Klafter 6 Ellen.. 10 Fl. 6 Kr. 4 Den.
Kellergewölbe macht 7 [Quadr.] Klafter.. 8 Fl.
Gewölbe in der Küche, in Ellen gemessen, 8 Klafter.. 9 Fl. 20 Kr.
Gewölbe in der Kammer 9 Klafter. . 10 Fl. 30 Kr.
Insgesamt 373 [Quadr.] Klafter 6 Ellen.. 435 Fl. 56 Kr. 4 Den."
Und weiter: neue Treppen in den Keller mit 14 Stiegen und 1 eingemauerten Türstock für 6 Fl. , 1 Schornstein für 4 Fl. , 6 [Quadr.] Klafter Pflaster im ersten Vorraum für 1 Fl. 30 Kr., in der Stube 13 Klafter für 3 Fl. 15 Kr., im Gewölbe [Kammer] 7 Klafter für 1 Fl. 45 Kr., in der Küche 5 Klafter für 1 Fl. 15 Kr., in der Gesindestube 14 Klafter für 3 Fl. 30 Kr., im Vorzimmer 10 Klafter für 2 Fl. 30 Kr., in kleiner Stube 11 Klafter für 2 Fl. 45 Kr., Feuerstelle für 1 Fl. 30 Kr., Ofenausmauerung in der Stube des Pfarrers 2 Fl. , dasselbe in der großen Stube mit Untermauerung (Bachoffen) 4 Fl. , 2 Beleuchtungskörper (Leichten) 1 Fl. , 2 Abfälle (Durchlauf) und 2 Toiletten für 4 Fl.
Insgesamt berechnete Fortini für das ganze Pfarrgebäude 474 Fl. 56 Kr. 4 Den. (VsT, zn.III Kđ 3c/8).
Am 17.11.1698 legte der Tauschnitzer Beamte Kristof Sontag eine "Bemessung der Smolnitzer Pfarrställe und Wagenremisen, sowie auch anderer Bauschritte, die der Kornhauser Bauer Michael Fortini fertigte, und nach der er ausbezahlt wurde" vor. Das Elaborat enthält folgende Positionen:
"Länge der Ställe 16 Klafter und Höhe 3 Klafter mit Fundamenten, macht 48 Klafter. . 43 Fl. 12 Kr.
Sonstige Seiten im Hof mit derselben Länge und Höhe.. 43 Fl. 12 Kr.
5 Trennmauern (Gezwerchs mawern) 4 Klafter breit und 3 Klafter hoch, macht 60 Klafter.. 54 Fl.
Länge der Wagenremise 5 Klafter und Höhe 3 Klafter.. 13 Fl. 30 Kr.
Trennwände im Schuppen 2 Klafter lang und 3 Klafter hoch, macht 6 Klafter.. 5 Fl. 24.Kr.
Tür mit Gesims 2 Klafter breit und 3 Klafter hoch, macht 6 Klafter.. 5 Fl. 24.Kr.
Giebel oder Feuermauer 5 Klafter breit und hoch 2 Klafter, macht 10 Klafter.. 9 Fl.
Hofmauer 8 Klafter lang 5 Ellen hoch, macht 13 Klafter 1 Ellen.. 12 Fl.
Seitenmauer 9 Klafter lang und hoch 8 Ellen, macht 24 Klafter.. 21 Fl. 36 Kr.
"Flickerei" 5 Klafter.. 4 Fl. 30 Kr.
Einfahrttor 4 Klafter breit und hoch 3 Klafter, macht 14 Klafter.. 12 Fl. 36 Kr.
Neue Mauer neben dem Tor 7 Klafter lang und 2 hoch, macht 14 Klafter.. 12 Fl. 36 Kr.
Friedhofpforte macht 3 Klafter.. 2 Fl. 42 Kr.
Sims am Tor 5 Klafter.. 5 Fl. 50 Kr.
Sims am Stall 22 Klafter.. 25 Fl. 40 Kr.
2 Abfälle (Durchlauf) von zwei Häuschen machen 4 Klafter.. 3 Fl. 36 Kr."
Insgesamt berechnete Fortini für die Wirtschaftsobjekte 274 Fl. 48 Kr. (VsT, zn.III Kđ 3c/10).
Im Laufe der Fertigstellung von Bauarbeiten an den Pfarrobjekten stellte Fürst Ferdinand am 29.3.1698 ein Instrument für die Festlegung von ständigen Einnahmen und Genüsse der Pfarrbenefiz in Smolnitz aus. Am 20.6.1698 gab der Erzbischof Johan Josef Gr. Breuner ein Urkundeninstrument für die Errichtung einer selbständigen Residenzpfarre in Smolnitz heraus (VsT, zn. III Kđ 3a). Gleich im 1700 führte der frisch eingesetzte Pfarrer, P. Georg Haysser, im Konsistoriumsfragebogen unter der Frage Nr. 34 an: "Bei anderen Kirchen gibt es keine Pfarrhäuser, bei meiner habe ich ein recht schönes Zuhause, getrennt vom Gesindel, anliegend am Friedhof (APA I, zn. B 13/14, Smolnice).
Nach dieser neuen Ausstattung der Pfarrbenefiz gab es in dem folgenden Vierteljahrhundert keinen Bedarf an größeren Bauanpassungen.
Durch ein Reskript vom 9.12.1724 ordnete der herrschende Fürst dem Hauptmann in Postelberg an, um den Pfarrgarten eine Einfriedungsmauer aus Stein auf Lehm statt des bisherigen morschen Holzzauns auszubauen, zwecks der Schonung des Kirchwaldes, der durch die ununterbrochene Holznutzung stark verwüstet ist. Am 7.2.1730 findet man im Vorschlag auf Reparaturen Verkleidung mit neuen Schindeln auf einer Dachseite des Wohngebäudes und der Scheune und an mehreren Stellen der Ställe, unter Verwendung von 16800 neuen Schindeln. Weiterhin sollten auf Wunsch des Pfarrers in seinen zwei Zimmern Schilfdecken für bessere Beheizung mit Kosten 30 Fl. errichtet werden, die Hälfte davon aus den privaten Mitteln des Pfarrers. In den restlichen Zimmern ohne Gewölbe blieben wohl die Balkendecken.
Anfang 1738 äußert der Pfarrer in Smolnitz einen Wunsch auf Erweiterung des Wohngebäudes um zwei kleine Zimmer, für die er wieder aus seinen Mitteln beitragen wollte. Die Verhandlungen über die finanzielle Deckung zogen sich wahrscheinlich lange, so dass es zur Realisierung mit Kosten von 311 Fl. erst in der zweiten Jahreshälfte 1739 kam. Kalk und 4300 Ziegelsteine lieferte die Herrschaft. Weder Zeichnungen noch Rechnungsüberschlag bleiben erhalten (VsT, zn.III Kđ 3c; III Kđ 2/12 Kirchen Buch 1739). Dieses Ereignis interpretierte J. Sommer in seiner Topographie Böhmens aus dem Jahre 1845 so, dass in den Jahren 1741-4 "auch das Pfarrhaus neu gebaut wurde" (XII, S.81, č.2).
Im Jahre 1764 sollten dem Bericht aus dem folgenden Jahr nach 6 Dachsparren und 19 9-Ellen-Falzbretter am Pfarrhaus ausgetauscht werden. Im Jahre 1767 wurde ein sehr heruntergekommener Zustand der Pfarrscheune konstatiert, und im Laufe 1768 wurde eine Rekonstruktion durchgeführt. Nach dem Verzeichnis der durchgeführten Arbeiten vom Tauschetiner Verwalter sollten „Bönische Mauerer" zuerst einen Teil der geneigten Mauer der Pfarrscheune abtragen, ein festes Fundament ausheben und eine neue, abgeschrägte Hauptquermauer mit halbgekröpftem Feuergiebel erbauten (die Haubtquermauer scarpirter mit einen halbgebrochenen Feuergiebel), folglich 2 dazu anliegende Quermauer, insgesamt macht es 160 [Quadr.] Klafter; andere Mauern wurden ausgefüllt, drinnen und draußen mit Kalk verputzt und zuletzt vom außen geglättet; im Pfarrgebäude wurde der mangelhafte Keller abgestützt und ein neuer Backofen und ein mangelhafter Schornstein durchgeführt". Man verbrauchte 16 Klafter Bruchstein, 1105 Ziegelsteine, 57 Strich Kalk. Der Zimmermann Georg Wimmer trug den ganzen Dachstuhl der Scheune ab, tauschte ein Teile der Sparren aus, legte zwei neue Sparrenschwellen, band einen neuen Dachstuhl auf „halbgekröpften Feuergiebel“ ab, verbesserte Tor und Tor bei der Scheune; deckte den Mittelteil des Wohngebäudes mit 4485 Schindeln neu an.
Im Jahre 1780 beschlug der Zimmermann Wimmer ein näher nicht genanntes Dach im Pfarrhof mit 4200 Schindeln. Am 17.1.1785 reichte er ein Gutachten über notwendige Reparaturen im Pfarrhof ein. Repariert sollte das verfaulte Haupttor, im Schuppen sollte der verfaulte Grundbalken ausgetauscht und untermauert werden, in der Scheune sollte ein neues Tor und über die Ställe einneuer Dachstuhl geliefert werden. Über den Ställen sollten zwei Balken ausgetauscht und der "Fußboden" (wohl die Decke als Fußboden des Heubodens) mit zehn Zitterpappelstämmen verbessert werden. Im Wohngebäude waren morsche Fensterrahmen und "Butzenscheiben ausgefallen, auch in der Küche der Fensterrahmen vermorscht und Butzen mit Papier überklebt". Auf Grund dessen wurde am 31.1.1785 eine vorläufige Kalkulation der notwendigen Arbeiten aufgestellt. Darin wird die Fertigung von neuem Einfahrttor in den Hof und neuem Tor in die Scheune, Verbesserung der verkommenen Wagenremise, des Kuhstalls und Restaurierung der Schindeldächer angeführt. Darüber hinaus wird noch „Ausführung auf Felsen gegenüber dem Dorf Smolnitz einer sehr geneigten (hinausgesunckter) Mauer mit 24 Klafter", weiterhin Verbesserung des Küchenkamins und sonstiger Öfen, "ausfüllen und verputzen des durch Risse verkommenen Mauerwerkes des Pfarrhofes" angeführt. Man rechnete mit Verbrauch von 20 Klafter Bruchstein, 600 Ziegelsteine, 30 Strich Kalk, 15 Dachsparren und 18000 Schindeln.
Aus Mangel an Mitteln in der Kirchenkasse wurde die Realisierung von einem Jahr auf das andere verschoben, und neue Kalkulationen präzisieren die festgestellten Mängel. Ein undatiertes Elaborat aus ca. 1789 führt an: "Die Mauerer untermauern das Fundament um das ganze Gebäude des Pfarrhofes (das gantze Pfarrhofsgebäude) sowie auch die Hauptecke, da die alten schlechten Steine vom Frost und Regen sehr zerfallen." Weiterhin sollten statt alter drei neue Balken durchgezogen werden und das ganze Pfarrdach umgedeckt werden. Man rechnete mit 30 Klafter Stein und 60 Strick Kalk, 3 Balken, 2 Mauern (auf zwei Seiten gemeißelte Steine), 8 Zitterpappel für Verkleidung du 13800 Schindeln. In einem weiteren, undatierten "Progecht" von einem böhmischen Handwerker aus dem Jahre 1790 sagt, dass "es Mauerarbeiten auf dem ganzen Pfarrgelände gibt, d.h. Gebäude am Garten, Untermauerung der Fundamente und der Hauptecke des Pfarrgebäudes, denn das auf einem schlechten Fundament steht und ganz wackelig ist". Nach einem älteren Elaborat sollte die bedrohte Ecke bis auf den Grundfelsen in Länge 5 Klafter [bereits Wiener Klafter 1.896 m], Höhe 2 Klafter und Dicke 3 Fuß (0.94 m) ausgemauert werden. Andere Hauptmauern sollten in Länge 45 Klafter, Höhe 6 3/4 Fuß (2.13 m) und Dicke 3/4 Fuß (O.23 m) ausgemauert werden. Zimmerleute sollten einen Trakt des Daches in Länge 30 Klafter und Brite 4 Klafter unter Verwendung von 11400 Schindeln verbessern.
Nach den zitierten Merkmalen waren die Mängel schwerwiegend, und zur dessen Beseitigung musste spätestens bis Ende des Jahrhunderts kommen. Ein Beleg darüber fehlt in den erhaltenen Akten jedoch. Auch das Buch der kirchlichen Rechnungen aus den Jahren 1760-1819 liefert infolge der Änderung in der Abrechnungsart der Ausgaben keine Informationen.
Aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts blieben keine Quellen erhalten. Die sogen. Neue Trennung des Großgrundbesitzes Tauschetin im 1798 bis zum 20. Jahrhundert enthält lediglich ein Torso der Patronatsakten ohne Belege baulichen Charakters. Nach der Reform der staatlichen Verwaltung aus dem Jahr 1849 hatten die Aufsichts- und Genehmigungsrechte in Bauangelegenheiten Organe der politischen Verwaltung, in der untersten Instanz waren es Bezirksämter, bzw. der Hauptmann, welche die Grunddokumentation nach der Entscheidung an das entsprechende Patronat immer zurückgaben. Vom 1848 bis Anfang des 20. Jahrhunderts gibt es in diesem Umfang Akten zu der Bautätigkeit in Smolnitz im Fonds des Bezirksamts Laun.
Am 23.10.1848 wurde ein Protokoll der Besichtigung der Pfarrobjekte niedergeschrieben, daraus dann resultiert:
a) In den Wohnräumen des Pfarrers sind alle Sommer- und auch Winterfenster und drei Türen verkommen und müssen neu ausgeführt werden - "neu und im Einklang mit dem zeitgenössischen Bedarf in hölzernen Türzargen". Der bestehende Kachelofen ist nutzlos und muss durch einen Eisenofen ersetzt werden.
b) Im Gesindezimmer sind drei Fenster im schlechten Zustand. Sie müssen durch eine Trennwand von der "Eintrittstür zu der Ausgangstür in das Vorzimmer abgetrennt werden" und das abgetrennte Zimmer sollte für die Haushälterin angepasst werden.
c) Im den gen Osten gewandten Gäste- und Pfarrerzimmern, sollen die Fenster so ausgetauscht und angepasst werden, dass zwei Flügel auf die innere und zwei Flügel auf die äußere Seite kommen. Im Gästezimmer sollen zwei vorhandene Fenster mit Gitter gesichert werden. Die morsche Ostwand des Gästezimmers soll gegen Absturzgefahr unterfangen und solide verbessert werden. Weiterhin soll der Dielenfußboden ausgetauscht werden.
d) Im anliegenden Flur am Gästezimmer soll das Fenster vergrößert und vergittert werden.
e) Der Ofen in der Küche soll in einen brauchbaren Zustand gebracht werden.
f) In beiden Vorzimmern sollen teils verfaulte Balkendecken ausgetauscht und mit Schilf unterschlagen werden. Wegen der Feuergefahr sollen die hölzernen Dachbodentreppen in die Vorratskammer verlegt und aus Stein durchgeführt werden.
g) Die abgerissene Scheunenecke soll unterfangen und repariert werden.
h) Beide Tore in die [Wagen] Reise sind ganz unbrauchbar. Eins soll ganz neu gemacht, das andere als völlig unbrauchbar zugemauert werden.
i) Das Einfahrttor in den Pfarrhof muss ebenfalls gang neu gemacht werden. Dasselbe soll mit dem Tor an der Seite zum Dorf und mit der Pforte zum Friedhof geschehen.
k) Türen am Pferde-, Kuh- und Schafsstall sowie zur Futterkammer müssen ebenfalls neue gemacht werden, neu mit Verwendung von Steingewänden, die aus den Pfarrerzimmern ausgerissen werden. Im Pferdestall fehlt ein Teil des hölzernen Fußbodens. Es soll auch die Dürrkammer im Pfarrgarten repariert werden.
Am 29.8.1849 wurden die Verbesserungen kollaudiert, die am 9.2. kalkuliert und am 19.5. desselben Jahres vom Prager Gubernium genehmigt wurden. Diese betrafen vor allem die Kirche; im Pfarrareal werden lediglich ein neuer Fußboden im Gästezimmer und Eisenofen im Zimmer des Pfarrers erwähnt. Wie bei den anderen Mängeln aus dem vorherigen Verzeichnis verfahren wurde, ist nicht bekannt. Einige Bauarbeiten wurden 1853 oder 1854 durchgeführt, die Akten des Bezirksamtes registrieren nur einen Streit des Pfarrers und des Tauschetiner Patronats mit der Landesbaudirektion (ZSŘ), die das zugesandte Projekt zuerst genehmigte, dann aber mit einer Verspätung einen eigenen, kostenträchtigeren Gegenentwurf lieferte. Da die Akten ZSŘ nicht erhalten blieben, kann man diese Angabe nicht weiter präzisieren (OÚ L, kart.150, zn.V 18-1).
Am 23.1.1879 zeigte eine Besichtigung der Pfarrobjekte ihren "höchst heruntergekommenen Zustand" und die Notwendigkeit von durch das Patronat vorgeschlagenen, leider nicht näher spezifizierten Reparaturen. Die Teilnehmer hielten nur für bei den Wirtschaftsgebäuden zu betonen wichtig, dass "die Westmauer der Scheune gesichert werden musste, um deren Absturz vorzugehen". In den Ställen sind die Türzargen gebrochen, Fenster verfault, Mauerwerk teils baufällig, Putz abgefallen. Am 25.2.1881 wurden die nicht spezifizierten Reparaturen der Pfarrobjekte ohne Bemerkungen kollaudiert.
Im Jahre 1895 verlangte man, die abgestürzte Einfriedungsmauer im Garten neu auszubauen. Am 22.8.1901 wurden Anpassungen in der Pfarrküche amtlich übernommen, wo ein neuer Sparherd installiert, ein neuer Fußboden gelegt und eine Nische zugemauert wurde. Schornsteine wurden mit Hilfe von Blechaufsätzen mit Überdächern erhöht. Die eingestürzte Einfriedungsmauer im Garten wurde wieder gebaut (OÚ L, kart. 149, zn.V 18-18).
Im Jahre 1925 wurde die Dachabdeckung repariert, ohne Zweifel auf dem Wohngebäude. Die Art der Abdeckung wird nicht angeführt (OÚ L, kart.156, zn.V S/8). Spätere Schriftstücke über die Pfarre in Smolnitz gibt es im Fonds des Bezirksamtes nicht. In den Fonds der Organe der Denkmalpflege oder des Kirchenreferats der Nationalkomitees (nach 1949) wurden keine neueren Quellen gefunden.


